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Materialien
Royalex
Ein Verbund aus verschiedenen Kunststoffen, ABS, PU, PVC, die als Plattenmaterial
in einerForm erhitzt und zum Bootskörper verbunden werden. Der Rumpf ist
im Mittel 1cm dick. Er hat einen Schaumkern der ihn unsinkbar macht, darüber
ABS und als Deckschicht PVC. Aus Royalex gefertigte Kanadier haben eine
weiche Oberfläche, sind flexibel und vertragen auch härteren 'Bodenkontakt'.
Das macht sie besonders für wildere Gewässer und sorglosen Umgang geeignet.
Die Flexibilität ist bei einigen, leicht gebauten Royalex Kanadiern auch
beim Paddeln spürbar und wird manchmal als störend empfunden. Royalex
Boote sind praktisch wartungsfrei, eigentlich nicht kaputt zu bekommen
und können ,wenn doch nötig, gut geklebt werden.
Ich habe schon um Steinen gewickelte Royalex Kanadier gesehen die, nach
dem sie vom Stein geborgen waren, wieder in ihre ursprüngliche Form gedrückt
wurden und bis auf einige Kratzer und Druckstellen keinen Schaden genommen
hatten. Meist sind nur der Süllrand und die Sitze zerstört und müssen
ersetzt werden.
Um einer Materialermüdung durch UV-Strahlen vorzubeugen sollten Royalex
Kanadier immer im Schatten oder unter einer Plane gelagert werden.
PE
Grundsätzlich gibt es zwei Arten von PE Kanadiern. Einerseits die
aus einer ca. 5mm starken Lage PE geformten und mit einem ALU-Rahmen versteiften
Kanadier. Diese Boote haben keinen 'selbsttragenden' Rumpf, d.h. sie benötigen
den ALU-Rahmen um die Form und Stabilität zu halten. Daraus folgt, dass
an Stellen wo keine Aluschiene ist, der Rumpf macht was er will. Leicht
sind diese Kanadier an den starken Beulen im Boden zu erkennen, die sich
manchmal bis zu 10cm nach oben wölben. Die Boote sind durch den benötigten
Rahmen relativ schwer. Die Oberfläche ist weich, kratzempfindlich und
flexibel, aber fast nicht kaputt zu bekommen. Empfehlen kann man diese
Art von Kanadiern eigentlich nicht. Ausnahme sind Verleiher, Camps oder
Gruppen, bei denen es nur darauf ankommt das das Boot billig ist und
schwimmt.
Aus PE können aber auch Kanadier von guter, praxisgerechter Qualität gebaut
werden. Sie bestehen aus mehreren PE-Schichten unterschiedlicher Härte
und Dichte und ergeben so einen extrem robusten, steifen Rumpf. Wie auch
bei Royalex findet man in der Mitte einen PE-Schaumkern, der von verschiedenen
Kunststofflagen eingeschlossen ist. Diese PE-Kanadier sind unsinkbar,
fast nicht kaputt zu bekommen und haben eine relativ harte, abriebfeste
Oberfläche. Ein Stützgerüst wird nicht benötigt, die Kanadier halten sehr
gut die Form und 'schwabbeln' auch nicht beim Paddeln. Ein PE Kanadier
ca. 20-30% schwerer als ein gleichartiges Royalexboot. Wenn Gewicht nicht
das Hauptentscheidungskriterium ist würde ich meist zu einem Royalex/PE
Boot tendieren. Da Royalex Kanadier ca. 1/3 teurer sind als ein vergleichbares
Boot in PE spielt auch oft das Polster in der Brieftasche eine Rolle
;-)
Faserverstärkte
Kunststoffe
Faserverstärkte Kunststoffe bestehen immer aus mehreren Lagen Gewebe,
die mit einem Harz in einer Form zum fertigen Bootskörper verklebt werden.
Als Gewebe kommen Glas-, Kohle-, Diolen- oder Kevlarfasern zum Einsatz,
die oft auch gemischt verwendet werden. Verklebt werden die Gewebe mit
Polyester- oder Epoxidharzen. Die Kunst der Bootsbauer besteht darin,
die Materialien und Verarbeitungsmethoden so zu wählen, dass ein für
die Anforderungen optimales Boot entsteht. Leider kann man aber durch
eine falsche Wahl einen totalen Reinfall erleben. Ich moechte dies mal
durch einige Beispiele verdeutlichen.
Ein guter Kanadier für Seen und Flusstouren ist oft aus Glasfasern und
Polyesterharz hergestellt. Mit dieser Bauweise kann man sehr haltbare,
steife und meist aber schwere Kanadier herstellen. Sie sind nicht besonders
schlagfest, lassen sich aber hervorragend reparieren und benötigen keinerlei
Pflege. Leichter werden die Boote wenn man einige Schichten Glasfasern
durch Kevlar ersetzt. Mit Epoxidharzen verklebt erhällt man sehr leichte
Rümpfe, die durch Verwendung von Hartschaumskeletten in Form gehalten
werden. Die zur Geichtsersparnis meist sehr dünn gebauten Kevlar Kanadier
sind recht empfindlich bei Grundberührungen und sollten umsichtig gepaddelt
werden.
Kohlefasern finden immer in Verbindung mit Glasfasern Verwendung um die
Festigkeit bei gleichzeitiger Gewichtsverminderung zu erhöhen. Wer sich
für ein 'Kevlar/Kohle' Boot entscheidet kauft auch immer ein eher spezialisiertes
Boot. Sie sind meist auf Gewicht und Geschwindigkeit getrimmt. Alltagsformen
werden eher in Glasfaser hergestellt. Jedenfalls nimmt hier das Material
grösseren Einfluss auf die Nutzung des Bootes auf verschiedenen Gewässern
als bei PE- und Royalexkanadiern.
Holz/Epoxy
Bei dieser Bauweise vereinigt sich das schöne, natürliche Aussehen von
Holz mit der Robustheit eines Fiberglasskanadiers. Die über einer Form
aus Leisten angefertigten Boote werden innen und aussen mit einer Lage
Glasgewebe und Epoxidharz überzogen. Geschliffen und lackiert sind diese
Boote ein wunderbarer Anblick. Durch die Sandwichkonstruktion ergibt sich
eine enorme Steifigkeit und diese Boote benötigen keine Gerippe, Kiele
oder Leisten um in Form zu bleiben. Die Schlagfestigkeit entspricht in
etwa der von Glasfaserbooten. Da die Erbauer auch meist die Paddler sind
werden Wood/Epoxy Kanadier meist sehr behutsam behandelt, um das Aussehen
nicht zu beeinträchtigen. Da kleinere Schäden aber leicht zu reparieren
sind können auch Holz/Epoxyboote ganz hervorragend für Fluss und Seetouren
eingesetzt werden.
Wood
and Canvas
Eine sehr traditionelle Bauweise, bei der ein genagelter, leistenbeplankter
Bootskörper mit Baumwolltuch bespannt wird. Nach einer anschliessenden
Versiegelung des Tuches besitzen diese Kanadier eine wasserdichte Aussenhaut.
Ein Messingbeplankter Kiel verhindert meist einen starken Verschleiss
der Haut im Bodenbereich. Die Wood and Canvas ist eine Verbesserung der
Birkenrindenkanus und war ca.100 Jahre lang die einzig praktikabele Bauweise
Kanadier industriell herzustellen. Diese Boote erfordern eine umsichtige,
materialschonende Fahrweise und benötigen einiges an Pflege. Wenn das
allerdings der Fall ist halten die Boote ein Leben lang.
Aluminium
Nach 1945 begannen einige Firmen, dis bis dahin Flugzeugteile aus Aluminium
herstellten, auf den vorhandenen Anlagen Kanadier herzustellen. Dazu
war nur eine Halbschale nötig und die beiden Hälften wurden einfach zusammengenietet.
Bis sie von den GFK Booten abgelöst wurden waren Aluminiumkanadier die
robustesten Boote, die erhaltlich waren und wurden oft auch für Wildwassertouren
eingesetzt. Da sie von allen Materialien die wenigste Pflege brauchen
sind sie vor allen bei Verleihern oder Gelegenheitspaddlern beliebt.
Nachteilig ist, dass sie sich 'laut' paddeln, bei kaltem Wasser kalt
sind und in der Sonnen gluehend heiss werden. Weiterhin sind bei den
meisten Typen sind Versteifungsrippen integriert, die den Paddler beim
Knien schmerzhafte Druckstellen bescheren.
Faltkanadier
Einst für das Militär entwickelt, und dort wohl auch noch im Einsatz,
stellen Faltkanadier eine interesannte Alternative für Reisen und Expeditionen
dar. In einigen Säcken verstaut gelangt ein Boot als normales Fluggepäck
auch an die entlegesten Einsatzstellen. Oft ist ein Tour mit Faltbooten
die einzige Möglichkeit überhaupt zu fahren. Die Bootshaut ,aufgespannt
über einem Gerüst aus ALuminiumrohren, hat Ähnlichkeit mit der Haut von
Schlauchbooten. Zwischen dem Alugerüst und der Haut liegt im Bodenbereich
noch eine stossdämfende Schaummatte. Auf vielen Expeditionen erwiesen
sich Faltkanadier als sehr robuste und zuverlässig, so dass sie in diesem
Bereich bevorzugt ihre Anwendung finden.
Schlauchkanadier ...werden
vorzugsweise auf Reisen und im Wildwasser eingesetzt. Sie sind aus
einem starken, mit Gummi oder PVC beschichteten Gewebe, hergestellt.
Die Formen reichen von kurzen Wildwasserbooten bis diese Boote für
WIldwassertouren ausgelegt
Bootsformen
Schon auf dem Trockenen kann die Form eines Kanadiers
einiges über sein Verhalten im Wasser aussagen. Zur Analyse liegt
das Boot am besten mit der offenenen Seite nach unten (dem Süllrand) auf
zwei Böcken. Jetzt kann man sehr gut die Proportionen und Formen des
Designs betrachten und schon einige Aussagen vor der ersten Probetour
machen.
Boden
Ist der Boden flach, wird auch der Kanadier versuchen flach auf dem
Wasser zu liegen. Das erzeugt ein sicheres Gefühl und erlaubt, bei entsprechender
Bootsbreite, entspanntes Paddeln. Kommen allerdings Wellen auf, schräg
oder von der Seite, versucht das Boden immer noch gerade zu bleiben, d.h.
der macht die Wellenbewegung stark mit. Bei zu starker Neigung/Wellen
kippt ein solcher Kanadier dann recht plötzlich um. Diese Boote haben
eine sogenannte grosse Anfangsstabilität und eine geringe Endstabilität.Boote
mit flachem Boden sind meist etwas breiter gebaut um einiges an Zuladung
vertragen zu können.
Meist beschreibt der Boden allerdings eine leichte Kurve, manchmal mehr,
manchmal weniger stark ausgeprägt. Je runder der Boden ist, desto 'kippliger'
wird sich das Boot anfühlen und desto unempfindlicher wird es auf hohe
Wellen von der Seite reagieren. In diesem Zusammenhang spielt auch der
Übergang vom Boden zur Seitenwand eine bedeutende Rolle, besonders im
Hinblick auf die Endstabilität. Kanadier mit einem leichten Rundbogen
und weichem Übergang vom Boden zur Seite haben eine gute Endstabilität.
Booten mit stark rundem Boden werden meist im Rennsport eingesetzt und
haben eine sehr geringe Anfangsstabilität. Die meisten Kanadier haben
einen flachen Rundboden.
Oft findet man auch einen V-foermigen Boden. Hier werden eine gute Endstabilität
und die Führung der Kante kombiniert und ergeben meist einen sehr sicher
und schnell laufenden Kanadier.
Ein guter Kanadier ist immer eine Mischung aus verschiedenen Elementen,
oft ein leichtes V am Bug und Heck, das dann in einen Rundbogen übergeht
und dann zur Mitte hin immer flacher wird. Natürlich zeigt auch hier
erst eine Probefahrt welche Rumpfform man bevorzugt.
Spitzen
Die Form der Bootsenden hat auch einen sehr grossen Einfluss aud die
Eigenschaften und den Einsatzbereich des Kanadiers. Einen scharfen,
fast senkrecht aufsteigenden Bug kommt bei schnellen Kanadiern für
ruhiges Wasser zum Einsatz. Hier ist der Wiederstand gering und Wellen
werden 'durchschnitten'. Zu hohe Wellen finden dann leider oft auch
den Weg in das Boot, weil sie nicht zu Seite abgewiesen werden.
Je seetüchtiger ein Kanadier werden soll, desto mehr V-förmig muss der
Bug (und auch die Seiten) werden. Über Wellen hebt sich das Boot, da
es ja oben breiter wird und mehr Auftrieb bekommt, hinweg und das V leitet
heraufspritzendes Wasser nach aussen weg.
Soll ein Kanadier eher im Wildwasser zu Einsatz kommen soll, muss er
mehr Volumen an den Enden haben. Oft sind sie nicht mehr scharfe Kanten,
sondern haben weiche, runde Formen. Das gibt Auftrieb in Wellen und Stromschnellen
und trägt zum 'trockeneren' Lauf bei.
Weiterhin haben scharfe, gerade Spitzen eine bessere Führung und das Canoe
läuft leichter geradeaus. Für wendige Fluss/Wildwasser Kanadier müssen
die Spitzen weichere, rundere Formen aufweisen, die höhere Wendigkeit
bringen.
Seiten
Die Seitenwände eines Kanadiers spielen besonders im Hinblick auf die
Paddeltechnik eine bedeutende Rolle. Viele, auf Leistung ausgelegte Designs
haben ein sogenanntes 'tumblehome', d.h. die Seitenwand ist ca 10cm von
oben her nach innen gezogen und erleichtert so eine senkrechte Paddelhaltung.
Das Paddel kann ganz nah am Rumpf geführt werden und erzeugt so wenig
Drehmoment (jeder Paddelschlag erzeugt eine Drehbewegung und je näher
an der Bootsmitte gepaddelt wird, desto weniger muss korrigiert werden).
Üblich sind aber auch gerade Wände oder ein leichtes V nach aussen um
die Seetüchtigkeit zu verbessern.
Wichtiger ist da der Übergang zwischen Boden und Seite. Ist er hart, mit
geringem Radius wird das Boot empfindlicher auf Seitenströmungen und schwieriger
zu kanten. Allerdings ist die Führung besser und ein Kanteneinsatz ergibt
eine deutliche Steuerwirkung. Besonders bei Wildwassermanövern nutz man
gern die Kanten zum exakten Steuer.
Ein weicher Übergang ist unkritischer bei seitlichen Strömungen, z.B.
Kehrwasseraus- und einfahrten, verzeiht eher nachlässigen Kanteneinsatz
aber das Boot lässt sich auch nicht so exakt dirigieren. Das Kurvenverhalten
wird 'schwammiger'. Auch hier können, wie immer, die Vorlieben und Neigungen
der Paddler voneinander abweichen und durchaus unterschiedliche Formen
bevorzugen. Klarheit bringt wie immer nur eine ausgiebige Testfahrt.
Kiellinie Bisher
waren alle Designmerkmale von vorn gut zu beurteilen. Jetzt geht man
mal zu Seite, nimmt einige Meter Abstand und betrachtet sich die Kiellinie
des Canoes. Ist sie schnurgerade, leicht gekrümmt oder krumm wie eine
Banane. Die sichtbare Kurve nennt man Kielsprung oder in englisch 'rocker'.
Der rocker entscheidet fast alleine über die Wendigkeit des Canoes. Die
anderen Formen spielen da nur eine untergeordnete Rolle.
Eine gerade Kiellinie verspricht fast immer einen schön geradeaus laufenden
Kanadier. In Verbindung mit scharfen Spitzen, einem leichten V-Boden und
einem schlanken Rumpf bekommt man eine schnellen Renner für lange gerade
Strecken. Hat der Kanadier aber eine gerade Kiellinie, mit runden, breiten
Enden, einem flachen breiten Rumpf, ist er ein typischer 'recreational'-
Erholungs Canoe. Einsatzgebiet meist beim Angeln, Fotografieren, als Badeplatform
für Kinder oder zum gemütlichen dahinpaddeln auf ruhigen Flüssen und
Seen.
Ein leichter Kielsprung, unter 10cm bei 4,7m Bootslänge, ist bei den meisten
"Allroundkanadiern" anzutreffen. Die Boote sind relativ wendig,
auf den meisten Gewässern gut einsetzbar und dennoch so spurtreu, dass
gerade Strecken nicht zur Qual werden.
Extreme rocker, manchmal über 20cm, kennzeichnen Wildwasserkanadier. Dort
ist Wendigkeit alles und wird durch einen schlechteren Geradeauslauf erkauft.
Es ist einiges mehr an Paddeltechnik nötig um ein Kanu mit extremen Kielsprung
aus Kurs zu halten.
Der Kielsprung sorgt auch für den meisten Frust beim paddeln, wenn er
nicht dem Einsatzgebiet angepasst ist. Ein Paddler, der schnell einen
geraden Fluss oder See überqueren möchte arbeitet sich mit unnötigen Korrekturschlägen
auf, wenn der Kielsprung seines Kanadiers zu gross und das Boot damit
zu wendig ist. Im Wildwasser hingegen wird wesentlich mehr Kraft benötigt
einen geraden Kanadier um Hindernisse zu steuern als einen mit ordentlich
rocker versehenen.
Länge
Der Einfluss der Bootslänge auf die Geschwindigkeit eines Kanadiers wird
oft überschätzt. 'Länge läuft' heisst es und es stimmt natürlich, wenn
alles andere auch identisch ist. Meist sind aber lange Kanadier auch
breiter und dann wird er eben nicht schneller.
Die Bootslänge sollte sich daher nach dem Einsatzbereich richten. Ich
gebe hier mal einige Richtwerte an um eine ungefähre Orientierung zu ermöglichen.
Über 5m lange Boote werden meist auf langen Reisen, Expeditionen oder
von Familien mit Kindern gepaddelt. Wobei ein Kanadier ja ein typisches
2 Personen Boot ist und auch nur zu zweit gepaddelt werden sollte. Zwischen
4,5m und 5m finden sich die weitaus meisten Boote. Geeignet für 2 Personen,
mit Gepäck oder ohne, oder bei einem schlanken Rumpf, für einen schnellen
Einer. Besser für Solopaddler sind allerdings Boot kürzer 4,6m besser
geeignet, da sie handlicher und einfacher zu paddeln sind. Wie gesagt,
gerade hier können die Meinungen aber auch ganz verschieden sein.
- Wie
suche ich aus?
Zur Bestimmung der Paddelinteressen sollte
man sich folgendes Fragen :
Auf welchen Gewässern will ich meistens paddeln
?
Alleine, zu zweit, mit Kindern ?
Paddele
ich nur auf ruhigen Gewässern ?
Habe ich sportlichere Ambitionen ?
Ist Wildwasser mein Ziel ?
Wieviel bin ich bereit auszugeben ?
Wo
kann ich das Boot lagern ?
Wie kann ich es transportieren ?
Wie sehen die Gewässer in der Umgebung aus?
Es
kristallisieren sich einige Hauptgruppen heraus, neben vielen kleinsten
Gruppen, die sehr spezielle Anforderungen an ihr Boot haben.
Erholung
auf stehenden oder langsamen Gewässern
.. eine der schönsten Arten zu paddeln .... Hierfür eignet sich fast jeder
Kanadier. Er sollte allerdings nicht zu kipplig sein, ein flacher oder
leicht runder Boden ist sicherlich angebracht. Eine gerade Kiellinie ist
von Vorteil, dann läft das Boot besser geradeaus. Die Bootslänge sollte
sich zwischen 4,5m und 5m bewegen, eher etwas länger, da oft noch Passagiere
mitgenommen werden. Das Bootsmaterial spielt eine untergeordnete Rolle,
da die Beanspruchungen eher gering sind. Hier tuts auch ein preiswerter
GFK Kanadier oder ein PE Boot. Ganz dem Geldbeutel entsprechned.
Flusstouren, Kleinflüsse, schnellfliessend
Auch hier können sehr viele Kanadier noch gut eingesetzt werden. Ein leicht
gerundeter Boden mit einem weichen Übergang zur Bordwand ist hier empfehlenswert.
Etwas Kielsprung ist in engen Kurven und beim Ansteuern von Kehrwassern
sehr von Vorteil. Die Läge kann auch hier zwischen 4,5m und 5m liegen,
mit der Tendenz zum kürzeren Boot, der Wendigkeit wegen. Als Material
würde ich Royalex oder PE wählen, robust, unempfindlich, wartungsfrei.
Genau das richtige, wenn es auch mal zu Grundberührungen kommen kann.
Kleinflüsse, Wildwasser
In dieser Rubrik dominieren kürzere, grossvolumige Royalex- und PE-Kanadier.
Hier ist einiges an Kielsprung gefragt, viel Volumen an den Enden und
runde Kanten. Diese Kanadier sind schon sehr spezialisiert, eigenen sich
natürlich trotzdem für Touren auf allen anderen Gewässern.
Als
nächsten Schritt würde ich einen Fachhändler aufsuchen und ihm um einen
Vorschlag anhand der durch das Fragespiel gewonnen Erkenntnisse bitten.
Geht er überhaupt nicht darauf ein, sollte man sich einige Prospekte geben
lassen, den Laden verlassen und einen anderen Händler suchen. Ein guter,
verantwortungsbewusster Fachhändler stellt von sichaus nochmals die oben
beschrieben Fragen.
Jetzt gehts zum Probepaddeln. Paddelt so viele in Frage kommende Kanadier
wie möglich. Und am besten auch einige die nicht in der in Frage kommenden
Gruppe liegen. So kristallisiert sich dann meist sehr schnell das eine
oder andere Boot als Spitzenreiter heraus.
Und denkt weiter. Wollt ihr vielleicht später ind Wildwasser oder lange
Gepäcktouren unternehmen? Dann sollte dies bei der Bootswahl berücksichtigt
werden.
Wir
hoffen dieser Beitrag hat etwas dazu beigetragen, Ihnen die Wahl
zu erleichtern..
Viel
Spass beim Paddeln! |