Das Problem "welches Boot ist für mich das richtige" ?




Denn was ist schon das "richtige" Boot. Wenn man 50 Paddler fragt bekommt man 50 verschiedene Antworten. Das hängt  von  vielen Faktoren ab welches Boot das 'Richtige' ist. Ausserdem ist ein Boot immer auch ein Kompromiss. Die meisten Kanadier sind für alles gut und für weniges sehr gut zu gebrauchen. Dieses gilt es für jeden herauszufinden, denn die kleinen Unterschiede entscheinden ob ein Boot die gewünschte Leistung bringt.

Um ein wenig Licht in das Dunkel der verschiedenen Bootstypen, Formen, Materialien und Bauweisen zu bringen, werden wir mit kurzen Info´s, über die verschiedenen Aspekte des Kanadiers, versuchen eine Entscheidugshilfe für Sie zu geben.

 
Materialien
Royalex
Ein Verbund aus verschiedenen Kunststoffen, ABS, PU, PVC, die als Plattenmaterial in einerForm erhitzt und zum Bootskörper verbunden werden. Der Rumpf ist im Mittel 1cm dick. Er hat einen Schaumkern der ihn unsinkbar macht, darüber ABS und als Deckschicht PVC. Aus Royalex gefertigte Kanadier haben eine weiche Oberfläche, sind flexibel und vertragen auch härteren 'Bodenkontakt'. Das macht sie besonders für wildere Gewässer und sorglosen Umgang geeignet. Die Flexibilität ist bei einigen, leicht gebauten Royalex Kanadiern auch beim Paddeln spürbar und wird manchmal als störend empfunden. Royalex Boote sind praktisch wartungsfrei, eigentlich nicht kaputt zu bekommen und können ,wenn doch nötig, gut geklebt werden.
Ich habe schon um Steinen gewickelte Royalex Kanadier gesehen die, nach dem sie vom Stein geborgen waren, wieder in ihre ursprüngliche Form gedrückt wurden und bis auf einige Kratzer und Druckstellen keinen Schaden genommen hatten. Meist sind nur der Süllrand und die Sitze zerstört und müssen ersetzt werden.
Um einer Materialermüdung durch UV-Strahlen vorzubeugen sollten Royalex Kanadier immer im Schatten oder unter einer Plane gelagert werden.

PE
Grundsätzlich gibt es zwei Arten von PE Kanadiern. Einerseits die aus einer ca. 5mm starken Lage PE geformten und mit einem ALU-Rahmen versteiften Kanadier. Diese Boote haben keinen 'selbsttragenden' Rumpf, d.h. sie benötigen den ALU-Rahmen um die Form und Stabilität zu halten. Daraus folgt, dass an Stellen wo keine Aluschiene ist, der Rumpf macht was er will. Leicht sind diese Kanadier an den starken Beulen im Boden zu erkennen, die sich manchmal bis zu 10cm nach oben wölben. Die Boote sind durch den benötigten Rahmen relativ schwer. Die Oberfläche ist weich, kratzempfindlich und flexibel, aber fast nicht kaputt zu bekommen. Empfehlen kann man diese Art von Kanadiern eigentlich nicht. Ausnahme sind Verleiher, Camps oder Gruppen, bei denen es nur darauf ankommt das das Boot billig ist und schwimmt.
Aus PE können aber auch Kanadier von guter, praxisgerechter Qualität gebaut werden. Sie bestehen aus mehreren PE-Schichten unterschiedlicher Härte und Dichte und ergeben so einen extrem robusten, steifen Rumpf. Wie auch bei Royalex findet man in der Mitte einen PE-Schaumkern, der von verschiedenen Kunststofflagen eingeschlossen ist. Diese PE-Kanadier sind unsinkbar, fast nicht kaputt zu bekommen und haben eine relativ harte, abriebfeste Oberfläche. Ein Stützgerüst wird nicht benötigt, die Kanadier halten sehr gut die Form und 'schwabbeln' auch nicht beim Paddeln. Ein PE Kanadier ca. 20-30% schwerer als ein gleichartiges Royalexboot. Wenn Gewicht nicht das Hauptentscheidungskriterium ist würde ich meist zu einem Royalex/PE Boot tendieren. Da Royalex Kanadier ca. 1/3 teurer sind als ein vergleichbares Boot in PE spielt auch oft das Polster in der Brieftasche eine Rolle ;-)

Faserverstärkte Kunststoffe
Faserverstärkte Kunststoffe bestehen immer aus mehreren Lagen Gewebe, die mit einem Harz in einer Form zum fertigen Bootskörper verklebt werden. Als Gewebe kommen Glas-, Kohle-, Diolen- oder Kevlarfasern zum Einsatz, die oft auch gemischt verwendet werden. Verklebt werden die Gewebe mit Polyester- oder Epoxidharzen. Die Kunst der Bootsbauer besteht darin, die Materialien und Verarbeitungsmethoden so zu wählen, dass ein für die Anforderungen optimales Boot entsteht. Leider kann man aber durch eine falsche Wahl einen totalen Reinfall erleben. Ich moechte dies mal durch einige Beispiele verdeutlichen.
Ein guter Kanadier für Seen und Flusstouren ist oft aus Glasfasern und Polyesterharz hergestellt. Mit dieser Bauweise kann man sehr haltbare, steife und meist aber schwere Kanadier herstellen. Sie sind nicht besonders schlagfest, lassen sich aber hervorragend reparieren und benötigen keinerlei Pflege. Leichter werden die Boote wenn man einige Schichten Glasfasern durch Kevlar ersetzt. Mit Epoxidharzen verklebt erhällt man sehr leichte Rümpfe, die durch Verwendung von Hartschaumskeletten in Form gehalten werden. Die zur Geichtsersparnis meist sehr dünn gebauten Kevlar Kanadier sind recht empfindlich bei Grundberührungen und sollten umsichtig gepaddelt werden.
Kohlefasern finden immer in Verbindung mit Glasfasern Verwendung um die Festigkeit bei gleichzeitiger Gewichtsverminderung zu erhöhen. Wer sich für ein 'Kevlar/Kohle' Boot entscheidet kauft auch immer ein eher spezialisiertes Boot. Sie sind meist auf Gewicht und Geschwindigkeit getrimmt. Alltagsformen werden eher in Glasfaser hergestellt. Jedenfalls nimmt hier das Material grösseren Einfluss auf die Nutzung des Bootes auf verschiedenen Gewässern als bei PE- und Royalexkanadiern.

Holz/Epoxy
Bei dieser Bauweise vereinigt sich das schöne, natürliche Aussehen von Holz mit der Robustheit eines Fiberglasskanadiers. Die über einer Form aus Leisten angefertigten Boote werden innen und aussen mit einer Lage Glasgewebe und Epoxidharz überzogen. Geschliffen und lackiert sind diese Boote ein wunderbarer Anblick. Durch die Sandwichkonstruktion ergibt sich eine enorme Steifigkeit und diese Boote benötigen keine Gerippe, Kiele oder Leisten um in Form zu bleiben. Die Schlagfestigkeit entspricht in etwa der von Glasfaserbooten. Da die Erbauer auch meist die Paddler sind werden Wood/Epoxy Kanadier meist sehr behutsam behandelt, um das Aussehen nicht zu beeinträchtigen. Da kleinere Schäden aber leicht zu reparieren sind können auch Holz/Epoxyboote ganz hervorragend für Fluss und Seetouren eingesetzt werden.

Wood and Canvas
Eine sehr traditionelle Bauweise, bei der ein genagelter, leistenbeplankter Bootskörper mit Baumwolltuch bespannt wird. Nach einer anschliessenden Versiegelung des Tuches besitzen diese Kanadier eine wasserdichte Aussenhaut. Ein Messingbeplankter Kiel verhindert meist einen starken Verschleiss der Haut im Bodenbereich. Die Wood and Canvas ist eine Verbesserung der Birkenrindenkanus und war ca.100 Jahre lang die einzig praktikabele Bauweise Kanadier industriell herzustellen. Diese Boote erfordern eine umsichtige, materialschonende Fahrweise und benötigen einiges an Pflege. Wenn das allerdings der Fall ist halten die Boote ein Leben lang.

Aluminium
Nach 1945 begannen einige Firmen, dis bis dahin Flugzeugteile aus Aluminium herstellten, auf den vorhandenen Anlagen Kanadier herzustellen. Dazu war nur eine Halbschale nötig und die beiden Hälften wurden einfach zusammengenietet. Bis sie von den GFK Booten abgelöst wurden waren Aluminiumkanadier die robustesten Boote, die erhaltlich waren und wurden oft auch für Wildwassertouren eingesetzt. Da sie von allen Materialien die wenigste Pflege brauchen sind sie vor allen bei Verleihern oder Gelegenheitspaddlern beliebt. Nachteilig ist, dass sie sich 'laut' paddeln, bei kaltem Wasser kalt sind und in der Sonnen gluehend heiss werden. Weiterhin sind bei den meisten Typen sind Versteifungsrippen integriert, die den Paddler beim Knien schmerzhafte Druckstellen bescheren.

Faltkanadier
Einst für das Militär entwickelt, und dort wohl auch noch im Einsatz, stellen Faltkanadier eine interesannte Alternative für Reisen und Expeditionen dar. In einigen Säcken verstaut gelangt ein Boot als normales Fluggepäck auch an die entlegesten Einsatzstellen. Oft ist ein Tour mit Faltbooten die einzige Möglichkeit überhaupt zu fahren. Die Bootshaut ,aufgespannt über einem Gerüst aus ALuminiumrohren, hat Ähnlichkeit mit der Haut von Schlauchbooten. Zwischen dem Alugerüst und der Haut liegt im Bodenbereich noch eine stossdämfende Schaummatte. Auf vielen Expeditionen erwiesen sich Faltkanadier als sehr robuste und zuverlässig, so dass sie in diesem Bereich bevorzugt ihre Anwendung finden.

Schlauchkanadier ...werden vorzugsweise auf Reisen und im Wildwasser eingesetzt. Sie sind aus einem starken, mit Gummi oder PVC beschichteten Gewebe, hergestellt. Die Formen reichen von kurzen Wildwasserbooten bis diese Boote für WIldwassertouren ausgelegt

Bootsformen
Schon auf dem Trockenen kann die Form eines Kanadiers einiges über sein Verhalten im Wasser aussagen. Zur  Analyse liegt das Boot am besten mit der offenenen Seite nach unten (dem Süllrand) auf zwei Böcken. Jetzt kann man sehr gut die Proportionen und Formen des Designs betrachten und schon einige Aussagen vor der ersten Probetour machen.

Boden
Ist der Boden flach, wird auch der Kanadier versuchen flach auf dem Wasser zu liegen. Das erzeugt ein sicheres Gefühl und erlaubt, bei entsprechender Bootsbreite, entspanntes Paddeln. Kommen allerdings Wellen auf, schräg oder von der Seite, versucht das Boden immer noch gerade zu bleiben, d.h. der macht die Wellenbewegung stark mit. Bei zu starker Neigung/Wellen kippt ein solcher Kanadier dann recht plötzlich um. Diese Boote haben eine sogenannte grosse Anfangsstabilität und eine geringe Endstabilität.Boote mit flachem Boden sind meist etwas breiter gebaut um einiges an Zuladung vertragen zu können.
Meist beschreibt der Boden allerdings eine leichte Kurve, manchmal mehr, manchmal weniger stark ausgeprägt. Je runder der Boden ist, desto 'kippliger' wird sich das Boot anfühlen und desto unempfindlicher wird es auf hohe Wellen von der Seite reagieren. In diesem Zusammenhang spielt auch der Übergang vom Boden zur Seitenwand eine bedeutende Rolle, besonders im Hinblick auf die Endstabilität. Kanadier mit einem leichten Rundbogen und weichem Übergang vom Boden zur Seite haben eine gute Endstabilität. Booten mit stark rundem Boden werden meist im Rennsport eingesetzt und haben eine sehr geringe Anfangsstabilität. Die meisten Kanadier haben einen flachen Rundboden.
Oft findet man auch einen V-foermigen Boden. Hier werden eine gute Endstabilität und die Führung der Kante kombiniert und ergeben meist einen sehr sicher und schnell laufenden Kanadier.
Ein guter Kanadier ist immer eine Mischung aus verschiedenen Elementen, oft ein leichtes V am Bug und Heck, das dann in einen Rundbogen übergeht und dann zur Mitte hin immer flacher wird. Natürlich zeigt auch hier erst eine Probefahrt welche Rumpfform man bevorzugt.

Spitzen
Die Form der Bootsenden hat auch einen sehr grossen Einfluss aud die Eigenschaften und den Einsatzbereich des Kanadiers. Einen scharfen, fast senkrecht aufsteigenden Bug kommt bei schnellen Kanadiern für ruhiges Wasser zum Einsatz. Hier ist der Wiederstand gering und Wellen werden 'durchschnitten'. Zu hohe Wellen finden dann leider oft auch den Weg in das Boot, weil sie nicht zu Seite abgewiesen werden.
Je seetüchtiger ein Kanadier werden soll, desto mehr V-förmig muss der Bug (und auch die Seiten) werden. Über Wellen hebt sich das Boot, da es ja oben breiter wird und mehr Auftrieb bekommt, hinweg und das V leitet heraufspritzendes Wasser nach aussen weg.
Soll ein Kanadier eher im Wildwasser zu Einsatz kommen soll, muss er mehr Volumen an den Enden haben. Oft sind sie nicht mehr scharfe Kanten, sondern haben weiche, runde Formen. Das gibt Auftrieb in Wellen und Stromschnellen und trägt zum 'trockeneren' Lauf bei.
Weiterhin haben scharfe, gerade Spitzen eine bessere Führung und das Canoe läuft leichter geradeaus. Für wendige Fluss/Wildwasser Kanadier müssen die Spitzen weichere, rundere Formen aufweisen, die höhere Wendigkeit bringen.

Seiten
Die Seitenwände eines Kanadiers spielen besonders im Hinblick auf die Paddeltechnik eine bedeutende Rolle. Viele, auf Leistung ausgelegte Designs haben ein sogenanntes 'tumblehome', d.h. die Seitenwand ist ca 10cm von oben her nach innen gezogen und erleichtert so eine senkrechte Paddelhaltung. Das Paddel kann ganz nah am Rumpf geführt werden und erzeugt so wenig Drehmoment (jeder Paddelschlag erzeugt eine Drehbewegung und je näher an der Bootsmitte gepaddelt wird, desto weniger muss korrigiert werden). Üblich sind aber auch gerade Wände oder ein leichtes V nach aussen um die Seetüchtigkeit zu verbessern.
Wichtiger ist da der Übergang zwischen Boden und Seite. Ist er hart, mit geringem Radius wird das Boot empfindlicher auf Seitenströmungen und schwieriger zu kanten. Allerdings ist die Führung besser und ein Kanteneinsatz ergibt eine deutliche Steuerwirkung. Besonders bei Wildwassermanövern nutz man gern die Kanten zum exakten Steuer.
Ein weicher Übergang ist unkritischer bei seitlichen Strömungen, z.B. Kehrwasseraus- und einfahrten, verzeiht eher nachlässigen Kanteneinsatz aber das Boot lässt sich auch nicht so exakt dirigieren. Das Kurvenverhalten wird 'schwammiger'. Auch hier können, wie immer, die Vorlieben und Neigungen der Paddler voneinander abweichen und durchaus unterschiedliche Formen bevorzugen. Klarheit bringt wie immer nur eine ausgiebige Testfahrt.

Kiellinie Bisher waren alle Designmerkmale von vorn gut zu beurteilen. Jetzt geht man mal zu Seite, nimmt einige Meter Abstand und betrachtet sich die Kiellinie des Canoes. Ist sie schnurgerade, leicht gekrümmt oder krumm wie eine Banane. Die sichtbare Kurve nennt man Kielsprung oder in englisch 'rocker'. Der rocker entscheidet fast alleine über die Wendigkeit des Canoes. Die anderen Formen spielen da nur eine untergeordnete Rolle.
Eine gerade Kiellinie verspricht fast immer einen schön geradeaus laufenden Kanadier. In Verbindung mit scharfen Spitzen, einem leichten V-Boden und einem schlanken Rumpf bekommt man eine schnellen Renner für lange gerade Strecken. Hat der Kanadier aber eine gerade Kiellinie, mit runden, breiten Enden, einem flachen breiten Rumpf, ist er ein typischer 'recreational'- Erholungs Canoe. Einsatzgebiet meist beim Angeln, Fotografieren, als Badeplatform für Kinder oder zum gemütlichen dahinpaddeln auf ruhigen Flüssen und Seen.
Ein leichter Kielsprung, unter 10cm bei 4,7m Bootslänge, ist bei den meisten "Allroundkanadiern" anzutreffen. Die Boote sind relativ wendig, auf den meisten Gewässern gut einsetzbar und dennoch so spurtreu, dass gerade Strecken nicht zur Qual werden.
Extreme rocker, manchmal über 20cm, kennzeichnen Wildwasserkanadier. Dort ist Wendigkeit alles und wird durch einen schlechteren Geradeauslauf erkauft. Es ist einiges mehr an Paddeltechnik nötig um ein Kanu mit extremen Kielsprung aus Kurs zu halten.
Der Kielsprung sorgt auch für den meisten Frust beim paddeln, wenn er nicht dem Einsatzgebiet angepasst ist. Ein Paddler, der schnell einen geraden Fluss oder See überqueren möchte arbeitet sich mit unnötigen Korrekturschlägen auf, wenn der Kielsprung seines Kanadiers zu gross und das Boot damit zu wendig ist. Im Wildwasser hingegen wird wesentlich mehr Kraft benötigt einen geraden Kanadier um Hindernisse zu steuern als einen mit ordentlich rocker versehenen.

Länge
Der Einfluss der Bootslänge auf die Geschwindigkeit eines Kanadiers wird oft überschätzt. 'Länge läuft' heisst es und es stimmt natürlich, wenn alles andere auch identisch ist. Meist sind aber lange Kanadier auch breiter und dann wird er eben nicht schneller.
Die Bootslänge sollte sich daher nach dem Einsatzbereich richten. Ich gebe hier mal einige Richtwerte an um eine ungefähre Orientierung zu ermöglichen. Über 5m lange Boote werden meist auf langen Reisen, Expeditionen oder von Familien mit Kindern gepaddelt. Wobei ein Kanadier ja ein typisches 2 Personen Boot ist und auch nur zu zweit gepaddelt werden sollte. Zwischen 4,5m und 5m finden sich die weitaus meisten Boote. Geeignet für 2 Personen, mit Gepäck oder ohne, oder bei einem schlanken Rumpf, für einen schnellen Einer. Besser für Solopaddler sind allerdings Boot kürzer 4,6m besser geeignet, da sie handlicher und einfacher zu paddeln sind. Wie gesagt, gerade hier können die Meinungen aber auch ganz verschieden sein.

  • Wie suche ich aus? 
    Zur Bestimmung der Paddelinteressen sollte man sich  folgendes Fragen :
    Auf welchen Gewässern will ich meistens paddeln ?
    Alleine, zu zweit, mit Kindern ?
    Paddele ich nur auf ruhigen Gewässern ?
    Habe ich sportlichere Ambitionen ?

    Ist Wildwasser mein Ziel ?
    Wieviel bin ich bereit auszugeben ?
    Wo kann ich das Boot lagern ?
    Wie kann ich es transportieren ?

    Wie sehen die Gewässer in der Umgebung aus?

Es kristallisieren sich einige Hauptgruppen heraus, neben vielen kleinsten Gruppen, die sehr spezielle Anforderungen an ihr Boot haben.

Erholung auf stehenden oder langsamen Gewässern
.. eine der schönsten Arten zu paddeln .... Hierfür eignet sich fast jeder Kanadier. Er sollte allerdings nicht zu kipplig sein, ein flacher oder leicht runder Boden ist sicherlich angebracht. Eine gerade Kiellinie ist von Vorteil, dann läft das Boot besser geradeaus. Die Bootslänge sollte sich zwischen 4,5m und 5m bewegen, eher etwas länger, da oft noch Passagiere mitgenommen werden. Das Bootsmaterial spielt eine untergeordnete Rolle, da die Beanspruchungen eher gering sind. Hier tuts auch ein preiswerter GFK Kanadier oder ein PE Boot. Ganz dem Geldbeutel entsprechned.
Flusstouren, Kleinflüsse, schnellfliessend
Auch hier können sehr viele Kanadier noch gut eingesetzt werden. Ein leicht gerundeter Boden mit einem weichen Übergang zur Bordwand ist hier empfehlenswert. Etwas Kielsprung ist in engen Kurven und beim Ansteuern von Kehrwassern sehr von Vorteil. Die Läge kann auch hier zwischen 4,5m und 5m liegen, mit der Tendenz zum kürzeren Boot, der Wendigkeit wegen. Als Material würde ich Royalex oder PE wählen, robust, unempfindlich, wartungsfrei. Genau das richtige, wenn es auch mal zu Grundberührungen kommen kann.
Kleinflüsse, Wildwasser
In dieser Rubrik dominieren kürzere, grossvolumige Royalex- und PE-Kanadier. Hier ist einiges an Kielsprung gefragt, viel Volumen an den Enden und runde Kanten. Diese Kanadier sind schon sehr spezialisiert, eigenen sich natürlich trotzdem für Touren auf allen anderen Gewässern.

Als nächsten Schritt würde ich einen Fachhändler aufsuchen und ihm um einen Vorschlag anhand der durch das Fragespiel gewonnen Erkenntnisse bitten. Geht er überhaupt nicht darauf ein, sollte man sich einige Prospekte geben lassen, den Laden verlassen und einen anderen Händler suchen. Ein guter, verantwortungsbewusster Fachhändler stellt von sichaus nochmals die oben beschrieben Fragen.
Jetzt gehts zum Probepaddeln. Paddelt so viele in Frage kommende Kanadier wie möglich. Und am besten auch einige die nicht in der in Frage kommenden Gruppe liegen. So kristallisiert sich dann meist sehr schnell das eine oder andere Boot als Spitzenreiter heraus.
Und denkt weiter. Wollt ihr vielleicht später ind Wildwasser oder lange Gepäcktouren unternehmen? Dann sollte dies bei der Bootswahl berücksichtigt werden.

Wir hoffen dieser Beitrag  hat etwas dazu beigetragen, Ihnen die Wahl zu erleichtern..

Viel Spass beim Paddeln!

 

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