Thema diesesmal: Sicherheit beim Paddeln
 

Stichworte zur Sicherheit
Die folgenden Punkte sind weder " Gebrauchsanweisung" noch vollständig. In erster Linie sollen die Stichworte Anregungen für den persönlichen Sicherheitscheck geben.


Vor der Tour
ist die Ausrüstung vollständig, zweckmäßig und einsatzfähig? Boote mit Aufriebskörper, Bergesystem, Bergeleine, Wurfsack, ein Reservepaddel pro Gruppe, funktionelle Kleidung, Reservebekleidung, Feuerzeug, Messer, Draht, Tape, Uhr, Karte, Flußführer. Trinkflasche, Proviant und Notverpflegung (z.B. Traubenzucker, Schokolade, Müsliriegel, Elektrolytdrinks).

Seekajak:
für Touren auf Salzwasser unbedingt spezielles Seekajak (5-6 m, Abschottungen, Kompaß, Bootsleinen, Steueranlage etc.), Spezialschwimmweste (Halbautomat), Seekarte in wasserdichter Klarsichthülle, Paddelfloat. Alles, was bei einer Kenterung abtreiben kann, wird festgebunden.

Wanderpaddeln:
Helm bei flachen, strömenden Gewässern, Karte, wasserdicht verpackte Ersatzbekleidung, Sonnenschutz (Hut, Creme mit hohem Lichtschutzfaktor oder Blocker, langärmliges T- Shirt).

Wildwasser:
 Paddelhaken, Seilrollen, 2-Meter-Bandschlinge, Schwimmweste, Helm mit Gesichtschutz, kleiner Wurfsack in der Rückentasche der Schwimmweste, Wanderkarte mit Höhenlinien.

Erste-Hilfe-päckchen,
wasserdicht verpackt in Pelicase, Trommel oder Drypack, muß ab und zu getrocknet werden. Zusammenstellungsvorschlag: 2 Verbandspäckchen, 1 Dreiecktuch, 2 Zellstoff- mullkompressen, 1 Paar Latexhandschuhe, 1 Pinzette, 2 Mullbinden, 1 elastische Binde, 10 Sicherheitsnadeln, 1 Rolle Klebeband, 1 Rolle Leukoplast, beidseitig klebendes Verbandstape, 1 Rettungsfolie gold/silber ,1 stumpfe Schere, 1 Skalpellhalter, gerade und gebogene Skalpelle, Wattestäbchen, Papiertaschentücher, Pflaster, Butterfly Closure, Miniflasche Desinfektionsmittel, Sprühverband, mehrere Meter 4 mm-Schnur. Alle wichtige Ausrüstungsgegenstände mit Namen und Telefonnummer beschriften.

Revier:
Reviere, Etappen, Flüsse nach dem Könnensstand der Gruppe auswählen. Wettervorhersage, Winde, Niederschläge beachten, Wasser stands- bzw. Wellenentwicklung abschätzen. Wasserqualität prüfen (bakterielle oder chemische Verunreinigungen). Wasserstand/Pegel kritisch beurteilen (Niederschläge, Kraftwerke?), vor Ort ständig beobachten , bei längerem Aufenthalt Hilfspegel bauen.

Gruppe:
Vorab klären, wer wann wo paddeln kann, soll, will. Für jeden Anfänger/schwächeren Fahrer sollte jemand "zuständig" sein. Keine Nichtschwimmer mitnehmen. Kommunikationsregeln festlegen. Zeitreserve einplanen, trockene Kleidung und Autoschlüssel deponieren, schwere Stellen möglichst vorher besichtigen. Niemals allein paddeln.Subjektive Gefahren beachten (Gruppendynamik, Gruppenzwang und falscher Ehrgeiz, Trainingsmangel, Übermüdung nach langer Anfahrt, Selbstüberschätzung, Unbedarftheit, Unbekümmertheit, Leichtfertigkeit, zu großes technisches Können bei mangelnder Erfahrung, Achtlosigkeit).

Während der Tour:
Neulingen Informationen und getroffene Entscheidungen erklären, Strömungsverständnis trainieren, immer auf Sichtkontakt fahren, ab und zu sammeln, rechtzeitig Pausen einlegen. Vor schwierigen Passagen Lagebesprechung, Sicherungsposten aufstellen.

Gefahren:
Schwimmen (Hängenbleiben im Rücklauf, Verhaken (Fuß) im Fluß, Erschöpfung bei Wasserwucht) Auskühlung in kaltem Wasser (Hypothermie wird oft unterschätzt und gehört zu den häufigsten Todesursachen).Seekajakgefahren: Schiffe, Kentern auf hoher See, Strömungen (mancherorts weit Über 10 km/h, es gibt keine Pausen), Gezeiten, Orientierungsschwierigkeiten (Nebelbänke, hoher Wellengang, keine Anhaltspunkte), Seekrankheit.Beachten: Als Anfänger nie ohne sachkundige Führung lospaddeln. Immer bedenken, daß sich eine Hochseetour weder unterbrechen noch abbrechen läßt. Rolle und Wiedereinstiegsmethoden auf offenem Wasser müssen sitzen.Wanderpaddeln und Wildwasser-Gefahren:Schwimm- und Klemmunfälle, Flußveränderungen durch Hochwasser oder Baustellen, Baumhindernisse, künstliche Einbauten (Wehre, Ein- und Auslaufkanäle, Schleusen, Schiffe, Brücken, Stege, Pfosten, Eisenträger, Siphone), falsche Informationen (Pegel, Schwierigkeitsangaben) Beachten: Schwimmen: Füße hoch und voraus, Tritte auf Steine und nicht zwischen Steine setzen! Auf großen Gewässern, in Wuchtwasser oder im Rücklauf Boot als Schwimmhilfe festhalten. Bei akuter Gefahr alles Material sausen lassen. Über Wehrbergung informieren (AKC-Kanugefahren), trainieren.

Nach der Tour:
Zusammensetzen und auswerten: Stimmten Flußbeschreibung, Schwierigkeitsgrad und Tourenauswahl? Stimmte die Gruppengröße, die Kommunikation und das Sicherheitsniveau? Wer fühlte sich überfordert und warum? Welche Situationen waren gefährlich, warum sind sie entstanden, wer reagierte wie? Was kann das nächste Mal besser gemacht werden ?

Wenn Sie alles beherzigen sollte nichts mehr schief gehen können.

Viel Spass beim Paddeln

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