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Der
Gipfel ruft!
Wandern
ist noch immer die beliebteste Sportart im Gebirge. Zum Gipfelstürmen
braucht man aber nicht nur eine gute Kondition. Auch die richtige
Ausrüstung und eine genaue Tourenplanung sind wichtig, damit man
auch gesund wieder im Tal ankommt.
Training
für den ganzen Körper :
Herz,
Lunge, Stoffwechsel, vegetatives Nervensystem, Muskulatur, Gelenke:
Bergwandern trainiert fast alle Organsysteme. Durch die Geh- und
Steigbewegung sind allerdings besonders die Beinmuskeln gefordert:
M. (=Musculus) iliopsoas: zieht den Oberschenkel nach vorn und oben,
M. quadriceps femoris: beugt beim Aufstieg die Hüfte, streckt das
Kniegelenk, M. gastrocnemius und M. soleus (Wadenmuskeln): wichtig
beim Aufstieg, M. tibialis anterior: hebt Fuß und Zehen an, zieht
am Standbein den Körper nach vorne. Doch auch die Gelenke
werden beansprucht: beim Aufstieg vor allem das Sprunggelenk und
beim Abstieg das Kniegelenk und seine Bänder. Um letzteres auszugleichen,
tritt der große Oberschenkelmuskel (M. quadriceps femoris) in Aktion.
Er ist der größte Muskel des Körpers und besteht aus vier Teilen,
die alle zur Kniescheibe ziehen. Die Muskelarbeit beim Abstieg
ist vorwiegend exzentrischer (=nachgebende) Art. Dabei werden größere
Kräfte benötigt als bei der konzentrischen (=überwindenden) Arbeit.
Hinzu kommt, dass die Muskeln, die dabei beansprucht werden, in
der Regel weniger trainiert sind. Deshalb ermüden sie beim Abstieg
schneller, es kommt eher zu Unfällen.
Nur
mit guter Ausdauer
Die wichtigste körperliche Voraussetzung fürs Bergwandern ist eine
gute Grundlagenausdauer. Dreimal wöchentlich 30 Minuten Training
per Radfahren, Walking oder Joggen vier Wochen vorher ist die beste
Vorbereitung für eine Hochgebirgstour. Doch auch Atmung, Herz
und Kreislauf müssen belastbar sein. Wer unter schweren Vorerkrankungen
(zum Beispiel chronischen Lungenerkrankungen, schwerem Bluthochdruck,
Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelschwäche usw.) leidet, sollte gar
nicht ins Hochgebirge gehen. Grundsätzlich empfiehlt es sich,
das Pensum langsam zu steigern, damit sich der Organismus an die
Belastungen und die Höhe gewöhnen kann. Das gilt übrigens auch für
körperlich gut trainierte Menschen. Wer sich überfordert, muss mit
Schwindel oder Nachlassen der Leistungsfähigkeit rechnen. Eine "Akklimatisationszeit"
von circa drei bis fünf Tagen ist bereits ab 2.000 Meter angesagt.
Noch bis zu einer Höhe von 3.000 bis 5.500 Metern kann sich ein
gesunder Körper nach entsprechender Eingewöhnung vollständig an
die veränderten klimatischen Bedingungen anpassen. Ab 5.500 Meter
ist das nicht mehr möglich. Deshalb ist dies auch die Siedlungsgrenze
für Menschen.
Wandertechnik:
Kurzen Schrittes bergauf, längeren Schrittes bergab
Richtig
Ausgerüstet auf den Gipfel
Die
richtige Ausrüstung ist auch beim Bergwandern das A und O. Die Wanderschuhe
sollten weitgehend wasserdicht, knöchelhoch und so groß sein, dass
man beim Abstieg nicht vorne anstößt. Als Obermaterial empfiehlt
sich zum Beispiel Leder, für innen eine Sympatex- bzw. Goretexeinlage.
Nur mit einer kräftigen Gummi-Profilsohle, durch die man auch kleine
Steinchen nicht spürt, ist man im Gebirge trittsicher. Am besten
läuft man nicht mit ganz neuen Bergschuhen los, sonst gibt’s schnell
Blasen. Auch spezielle gepolsterte Wandersocken aus Mischgewebe
helfen, Druckstellen zu vermeiden.
Die
Kleidung soll einerseits vor Hitzestau und Hitzschlag schützen,
andererseits verhindern, dass man sich unterkühlt. Wärme und Schweiß
müssen nach außen transportiert werden. Nässe und Kälte hingegen
dürfen nicht nach innen dringen. Am besten man kleidet sich nach
dem "Zwiebelprinzip". Für die Unterbekleidung eignet sich
am besten atmungsaktives Mischgewebe, anstatt reine Baumwolle. Es
leitet die Feuchtigkeit vom Körper weg. Dadurch kühlt man zum Beispiel
bei Pausen nicht aus. Außerdem trocknet dieses Material schneller.
Für die Oberbekleidung empfehlen sich Materialien, die wasserdicht,
aber wasserdampfdurchlässig sind (zum Beispiel Goretex). Außerdem
müssen die Sachen robust und strapazierfähig sein und genug Bewegungsfreiheit
lassen. Eine Garnitur zum Wechseln sollte man auf jeden Fall in
den Rucksack packen. Zur Bergsteigerausrüstung gehören außerdem:
Mütze und Handschuhe wärmende Rettungsdecke für Notfälle
Erste-Hilfe-Set für kleinere Verletzungen und Taschenmesser
Handy, Signalpfeife, gutes Kartenmaterial (Maßstab: 1:25.000), Kompass
eventuell Teleskopstöcke ,Sonnenschutz (Kappe, Brille, Schutzmittel)
ausreichend Getränke (Wasser, Apfelsaftschorle) und möglichst kohlenhydratreiche
Verpflegung (zum Beispiel Brot, Müsli, Obst Übrigens: Vor
und während des Wandern sollte man nicht zu üppig und zu fett essen.
Eine langwierige Verdauung nimmt zu viel Sauerstoff in Anspruch,
der den Muskeln dann fehlt.
Vor
der Tour:
Bergtouren genau planen (Streckenlänge, Schwierigkeitsgrad, Gipfelhöhe,
Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten, Wettervorhersage berücksichtigen)
und auf das eigene Können abstimmen. - Bei Touren über acht Sunden,
wenn es am Nachmittag sehr heiß wird oder zu Gewittern kommen kann,
sehr früh morgens aufbrechen. - Am Ausgangsort Bescheid geben, wohin
man wann gehen will und Tourenänderungen ebenfalls mitteilen, damit
keine unnötigen Suchaktionen ausgelöst werden. Unterwegs:
- Das Tempo sollte sich nach dem Langsamsten richten. - Mindestens
alle zwei Stunden eine Pause von 20 bis 30 Minuten einplanen. -
Wird das Gelände plötzlich unwegsam (zum Beispiel durch harte Schneefelder),
lieber umkehren. - Hat man die Markierung verloren, zum letzten
markierten Punkt zurückgehen. - Bei Unfällen: Erste Hilfe leisten,
den Verletzten vor Kälte schützen, so schnell wie möglich Hilfe
holen oder holen lassen bzw. sich durch Rufen bemerkbar machen.
Wind und Wetter: - Über 2.000 Metern kann das Wetter völlig
anders sein als im oder am Ausgangspunkt. Man muss damit rechnen,
dass es plötzlich regnet, schneit, stürmt, Nebel aufkommt oder die
Temperaturen extrem sinken. Das kann das Weitergehen erschweren
oder sogar unmöglich machen. Deshalb muss man sich vor dem Aufbruch
immer über die Wetterlage informieren. - Wenn man sich im Nebel
verlaufen hat, bleibt nichts übrig, als auf bessere Sicht zu warten.
Nicht durch unbekanntes Gelände absteigen. - Bei Gewitter empfiehlt
der Deutsche Alpenverein, Gipfel, ausgesetzte Grate, nasse Rinnen,
eisengesicherte Steiganlagen und einzelne Bäume zu meiden und sich
auf einer isolierten Unterlage zu kauern.
Dünne
Luft und ihre Folgen
Je
höher der Berg desto "dünner" die Luft. In circa 3.000
Meter Höhe ist der Luftdruck und proportional dazu der Sauerstoffteildruck
bereits um 30 Prozent geringer als in Meereshöhe. In 5.500 Metern
ist er um 50 Prozent und in 9.000 Metern um 70 Prozent niedriger.
In solcher extremen Höhe überlebt man maximal 48 Stunden.
Das Höhenklima belastet den Organismus in unterschiedlichster Weise.
Durch den reduzierten Sauerstoffteildruck kann weniger Sauerstoff
in die Zellen gelangen. Das Herz schlägt schneller und erhöht sein
Schlagvolumen. Der Körper bildet mehr rote Blutkörperchen: Das Blut
wird "dicker". Der Organismus muss die Atemluft
selbst anfeuchten, da auch der Wasserdampfdruck, das heißt die Wassermenge
in der Luft mit zunehmender Höhe sinkt. Er braucht also zusätzlich
sehr viel Flüssigkeit. Ab circa 3.000 Meter atmet man bis
zu 100 Prozent mehr Luft ein als in Meereshöhe. Der Grund: Die Luftdichte
ist gering und es mangelt an Sauerstoff. Außerdem ist der Strömungswiderstand
niedriger. Wenn man sich körperlich anstrengt, wird die Atmung zusätzlich
gesteigert. Der Sauerstoffmangel kann allerdings dadurch nicht ganz
ausgeglichen werden. Der Körper muss sich so weit anpassen, dass
er mit dem vorhandenen Sauerstoff besser auskommt. Leistung und
das Tempo werden herunter gefahren.
Vorsicht
vor Kälte und Hitze
Die Temperatur sinkt pro 100 Meter um durchschnittlich 0,6 bis 0,7
Grad Celsius. Bei Bergtouren ins Hochgebirge sollte man immer warme
Kleidung im Rucksack haben. Doch selbst wer sich dick einpackt,
kann sich in extremen Höhen Erfrierungen an Händen und Füßen zuziehen,
unter anderem weil das Blut eingedickt ist. Das gängige Rezept,
gegen Auskühlung Hochprozentiges zu sich zu nehmen, ist eher kontraproduktiv.
Alkohol fördert zwar die Durchblutung, doch gleichzeitig wird wertvolle
Wärme abgegeben. Nicht nur die Kälte kann Bergwanderern gefährlich
werden. Sie müssen auch darauf achten, sich ausreichend vor der
starken UV-Strahlung zu schützen. Sie ist stärker als im Tal, weil
die Luft weniger Staub und Wasser enthält, die die Strahlung absorbieren
könnten. Sonnencreme mit sehr hohem Lichtschutzfaktor und Sonnenbrille
gehören deshalb auf jeden Fall ins Gepäck. Um den Flüssigkeitsverlust
durchs Schwitzen auszugleichen, hilft wiederum nur ausreichend Wasser
oder Apfelschorle.
Notrufnummern
In
Deutschland: Notruf über Handy und im Festnetz: 112 Rettungsleitstelle
(in Bayern, ohne Vorwahl): 19 222 Polizei: 110 in Österreich:
Notruf: 112 (nur über Handy) Rettungsdienst: 140 Polizei: 133
in der Schweiz: Notruf: 112 (nur über Handy) Rettungsflugwacht:
1414 (aus dem Ausland: 0041-1-1414) zuständiges kantonales Polizeikommando:
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