| know-how 2.Teil Zelte. Diesmal zum Thema Zeltmaterialien |
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Das
nützlichste Ausrüstungsteil ist wohl das Zelt. Dient es doch zur
Entspannung, der Nahrungsaufnahme und dem geselligen zusammensitzen
nach vollbrachtem Tagesmarsch. Das Zelt ist aber auch eines der komplexesten
Stücke der Ausrüstung, eines Outdoorers: Die verschiedenen Konstruktionen
und Materialien, die unterschiedlichen Formen sowie Aufbau, Ausstattung
und Einsatzbereiche werden wir heute in know-how versuchen zu
erklären. Was muss also das Zeltmaterial leisten? Es werden heute bei Zelten hautsächlich zwei Materialien eingesetzt, Polyester (PES) und Polyamid (PA). Das bei allen preiswerten Doppeldachzelten verwendete Polyester ist gegenüber UV-Strahlung relativ unempfindlich, es ist billig, aber oft nicht sehr weiterreißfest. Polyamid ist bei gleichem Gewicht deutlich weiterreißfester als Polyester, es ist leichter aber auch teurer, dehnt sich jedoch bei Nässe. Auch ist Polyamid gegenüber UV_Strahlung empfindlicher als Polyester. Beide Materialien werden auch als Rip-Stop-Variante verarbeitet: Hier sorgt ein sehr dicker Querfaden (Karomuster-Optik) für erhöhte Weiterreißfestigkeit, die Einreißfestigkeit ist aufgrund des verarbeiteten dünneren Grundstoffs meist etwas geringer. Um sie als Außenzelt einzusetzen, müssen die Materialien wasserdicht sein, deshalb werden sie auch beschichtet. Polyester wird mit Polyurethan (PU) beschichtet, was jedoch die Weiterreißfestigkeit noch einmal reduziert, oder mit einem Laminat aus Titanium Dioxyd überzogen die unter dem Namen »Titan Tex« von der Firma "Dimension Polyant« angeboten wird und beispielsweise in der "no-compromise-line« von Jack Wolfskin eingesetzt wird. Es ist wesentlich UV-stabiler als herkömmliche Gewebe, aber auch entsprechend teuer. Polyamid wird oft mit Silikon beschichtet, wodurch sowohl die UV-Resistenz als auch die Weiterreißfestigkeit erhöht wird. Doch es gibt gewaltige Unterschiede in der Weiterreißfestigkeit von Silikongeweben. Auch die verschiedenen Stoffe der bekannten Marke Carrington weisen hier erhebliche Unterschiede auf - Carrington ist nicht gleich Carrington. Die mit Abstand am besten von uns gemessenen Werte erzielt das von Hilleberg verwendete Material. Zur UV Stabilität lässt sich sagen, dass kein Gewebe auf Dauer UV-stabil ist, und das es auf Einsatzbereich und -dauer ankommt, ob man Wert auf eine gesteigerte UV-Resistenz legt oder nicht. Als Bodenmaterial ist silikonbeschichtetes Gewebe nicht brauchbar da es nur geringe Wasserdrücke von zirka 1 000 bis 3 000 Millimeter Wassersäule aushält - fürs Außen-zelt reicht das, da dort keine hohen Drücke entstehen, für den Boden sind jedoch mindestens 5 000 Millimeter notwendig. Das ist auch der Grund, weshalb man dort ein PU beschichtetes Polyamid oder Polyester einsetzt. Mit PU-Beschichtungen lassen sich sehr druckbeständige Beschichtungen herstellen Das Innenzelt ist auch aus Polyamid oder Polyester das für beste Performance wasserabweisend ausgerüstet wird, beispielsweise mit einer »Scotchguard«-Beschichtung. Auch das Zeltgestänge ist ein Kostenfaktor. Nur bei billigen Zelten besteht es aus Glasfiber: hier werden die einzelnen Segmente mit außenliegenden Aluhülsen verbunden. Nachteil: Die Hülsen haben einen dickeren Querschnitt als die Stangen und erschweren somit das Einfädeln in die Kanäle. Stabiler und teurer sind Stangen aus Aluminium, die in verschiedenen Durchmessern und unterschiedlichen Qualitäten angeboten werden Sie besitzen innenliegende Hülsen an den Segment Enden (konventionell) oder verjüngte Segment-Enden (»Featherlight«-Gestänge). Letzte Bauweise ist leichter und stabiler. Gute Alugestänge sind hart und dennoch flexibel - sie verbiegen sich bei extrem starken Belastungen anstatt zu brechen. Damit die Stangen nicht korrodieren oder Finger bei Kälte an ihnen festfrieren, sind gute Modelle (farbig) eloxiert. Heringe sind entweder aus Stahl (billig, schwer stabil), aus Alu ( leicht, stabil) oder aus Kunststoff (billig, leicht, nicht sehr stabil). Für harte Böden empfehlen sich Erdnägel mit einem breiten Kopf auf den man gut einschlagen kann, für weiche Böden sind V oder U-Profil-Heringe gut. Im Winter nimmt man extra breite Schneeheringe, doch kann man auch Skier Stöcke, Äste oder schneegefüllte Plastiktüten zum befestigen benutzen. Nicht nur am Material und der Beschichtung zeigt sich die Qualität, auch an den Nähten. So sind edle Modelle mit einer so genannten Doppel-Kappnaht versehen, bei der vier Stoffbahnen miteinander vernäht werden Diese Verbindung ist sehr stabil und fast wasserdicht Apropos wasserdicht Silikonbeschichtete Gewebe kann man im Gegensatz zu PU-beschichteten nicht mit einem Nahtband wasserdicht abkleben - sie sollten daher nachträglich mit der beiliegenden Silikonmasse versiegelt werden. |
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| Die richtige Pflege Ihres Zeltes | ||||
Ein Zelt muss in der Regel nicht großartig gepflegt werden das wichtigste, es nach Gebrauch vollständig trocknen zu lassen. Verschmutzungen des Aussenzeltes vorsichtig mit einem feuchten Lappen entfernen, da sonst die Beschichtung auf Dauer unterm erhöhten Abrieb durch Schmutzpartikel leidet.Allerdings muß man regelmaßig den Boden ausschütteln, besonders einfach geht das bei selbsttragenden Zelten. Das Gestänge sollte vor jeder großen Tour auf Beschädigung untersucht werden. Riefen oder scharfkantige Einkerbungen im Gestänge können die Kanäle beschädigen. Das komplette Zelt sollte in einem trockenen Raum gelagert werden, wo es nicht der direkten Sonne ausgesetzt sein sollte. Gestängebrüche flickt man mit einer Reparaturhülse, die den meisten Zelten beiliegen, die über die Bruchstelle geschobene Hülse festgeklemmt (Zange, mit Steinen festklopfen) und mit Tape fixiert wird. Löcher im Außen- oder Bodenmaterial flickt man am besten mit Seamgrip oder Sealnet, einem Spezialkleber für Silikon oder PU-beschichtete Kunstgewebe der in jedem Fachhandel erhältlich ist. |
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