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 !  Kochgeschirr

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Kochtöpfe gibt es in allen Größen, Materialien und Preislagen.
Selbst bei einem Kochgeschirr ließen sich Überlegungen hinsichtlich Gewicht, Kompaktheit, Thermodynamik und allgemeiner Nützlichkeit anstellen, die den Verstand stundenlang beschäftigen könnten, hat Reise-Autor Bill Bryson in seinem Buch "Picknick mit Bären" festgestellt. Unbedarfte mögen diese Aussage ungläubig in Frage stellen, erfahrenen Outdoorern entlockt sie ein wissendes Schmunzeln. Denn unterwegs gelten tatsächlich andere Regeln als in der Küche zu Hause: Gewicht, Packvolumen, Kochkomfort für den Outdoor- Koch spielen diese Faktoren eine wichtige Rolle. Wer sein Geschirr im Rucksack mitschleppt, freut sich über jedes Gramm, das eingespart wird, und über ein kleines Packvolumen, der Rucksack ist eh immer zu klein.
ALULeicht, klein verpackbar und rutschfest
Außerdem ist es draußen nicht immer einfach, sein Essen zu kochen: Damit das Wildnis-Mahl genießbar bleibt, sind Töpfe und Pfannen gefragt, in denen das Essen nicht so schnell anbrennt. Sie müssen rutsch- und kippsicher auf dem Kocher stehen und so groß sein, dass das wohlverdiente Abendessen beim Umrühren nicht ständig über den Rand schwappt.
Der größte Unterschied zwischen verschiedenen Töpfen besteht im Material. Die meisten Kochgeschirre werden hergestellt aus Aluminium, Edelstahl, einem Mix aus beidem, Titan oder sie sind beschichtet.
Am leichtesten davon ist Aluminium (2,7 Gramm pro Kubikzentimeter). Es hat außerdem die mit Abstand effizienteste Wärmeleitfähigkeit: In einem Alutopf kocht Wasser schneller als in jedem anderen Topf gleicher Wandstärke. Damit spart man Brennstoff und Gewicht. Ein weiteres Plus: Alutöpfe sind günstig. Nachteilig wirkt sich allerdings aus, dass das Material recht schnell verbeult und dass es schwerer zu reinigen ist als andere Materialien. Außerdem können sich beim Scheuern oder Umrühren Partikel lösen, die möglicherweise Alzheimer fördern. Nach neuesten Aussagen vom Europäischen Forum für Gesundheitsfragen ist dieser Verdacht aber unbegründet. Es stimmt allerdings, dass billiges Alu im Laufe der Zeit anlaufen und sich abscheuern kann.
Der Gewichtsvorteil von Aluminium im Vergleich zu Stahl beträgt bei einem 1,5-Liter-Topf je nach Wandstärke zwischen 10 und 30 Gramm. Stahltöpfe haben zwar eine deutlich schlechtere Wärmeleitfähigkeit (ein Zehntel von Alu), dafür lassen sie sich aber nicht so schnell verbeulen und beschädigen. Außerdem brennt das Essen nicht so schnell an und das Reinigen geht etwas einfacher.
Top: Alu und Stahl in einem Topf vereint
Die Vorteile von Stahl und Alu zumindest in Bezug auf ihre Kocheigenschaften vereinigen sogenannte "Sandwichmaterialien" wie zum Beispiel Duossal von Trangia: Außen sorgt Aluminium für eine hervorragende und gleichmäßige Wärmeverteilung, die Innenseite aus Edelstahl ist abriebsicher und leicht zu reinigen. Im Gegensatz zu Töpfen mit Antihaft-Beschichtungen kann sich bei solchen Sandwichmaterialien nichts lösen. Leider sind die Töpfe fast doppelt so schwer und ein gutes Stück teurer.
TitanTitan: extrem leicht und teuer
Noch teurer ist nur Titan ein Material, das gerade in den letzten Jahren verstärkt verarbeitet wurde. Titantöpfe sind extrem leicht. Sie wiegen etwa 25 Prozent weniger als vergleichbare Alutöpfe, kosten aber drei Mal so viel. Das geringe Gewicht resultiert daraus, dass Titan so fest ist, dass man extrem dünnwandige Töpfe herstellen kann. Allerdings kommt der Gewichtsvorteil nur auf Kurztouren zum Tragen: Durch die extrem schlechte Wärmeleitfähigkeit im Vergleich zu Aluminium braucht man mehr Zeit zum Kochen und muss mehr Brennstoff mitschleppen. Zudem ist der Kochkomfort bescheiden: Die schlechte Wärmeverteilung führt zu einer recht ungleichmäßigen Erhitzung des Bodens und das Essen brennt schnell an. Titan eignet sich also vor allem für das Erhitzen von Wasser oder Suppe.
alu nonstickFür Outdoor-Gourmets eignen sich am besten Alu-Töpfe und Pfannen mit einer Antihaft-Beschichtung (Teflon, Non-Stick): Aluminium sorgt für eine sehr gleichmäßige Hitzeverteilung, die Antihaftschicht verhindert das Anbrennen. Im Test war die Non-Stick-Beschichtung (Trangia) haltbarer als Teflon. Diese Materialien müssen allerdings pfleglich behandelt werden: Beim Kochen nicht mit scharfen Metallteilen umrühren und beim Ineinanderstellen etwas zwischen die einzelnen Töpfe legen. Das aus Westernfllmen berühmte Emaillegeschirr ist hübsch anzusehen, ist aber schwer und hat deswegen auf Tour nichts verloren. Töpfe aus Gusseisen sind sehr schwer und vor allem für Lagerfeuer-Köche geeignet.
Neben dem Material ist die Größe das entscheidende Kriterium bei Outdoor-Töpfen. Töpfe mit einem Fassungsvermögen von bis zu einem Liter eignen sich nur für Solotrekker oder als Zweit-Topf zum Wasserkochen. Für zwei Personen ist ein 1,5-Liter-Topf das Minimum, 1,75 Liter sind noch komfortabler. Kochen drei oder vier Leute zusammen, gehört ein 3- bis 4-Liter Modell ins Gepäck. Wenn man in der Gruppe unterwegs ist, lohnt es sich häufig, einen zweiten Topf mitzunehmen. Das geht zwar ins Gewicht, steigert aber die Lebensqualität in der Wildnis: Während aus dem einen Topf noch gegessen wird, kann im anderen beispielsweise schon das Teewasser gekocht werden. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass der kleinere Pott in den größeren passt. Praktisch bei vielen Sets: Der Deckel fungiert zugleich als Pfanne. Auf ihn sollte man auf keinen Fall verzichten, da Wasser mit Deckel deutlich schneller kocht als ohne. Töpfe und Pfannen sollten abgerundete Kanten haben, damit sie sich einfacher reinigen lassen.
Der Kocher sollte in den Topf passen
Eine Griffzange ist Henkeln vorzuziehen, denn am Topf angebrachte Griffe werden oft sehr heiß. Ein Packsack schützt das restliche Gepäck vor Ruß. Praktisch ist es, wenn der Kocher in den kleinsten Topf passt. So ist er gut geschützt. Das funktioniert mit sehr vielen Gaskochern ganz gut.
So dann lasst es euch schmecken.

 !   Tipps
KLEINES ZUBEHÖR FÜR GROSSE KÖCHE So gelingen leckere Outdoor-Menüs

Manche Outdoorer werfen abends nur ihr Travellunch oder die Spaghetteria in den Topf, warten ein paar Minuten und schlingen alles im Nu hinunter. Andere genießen es, draußen kunstvolle Mehrgänge-Menüs zu zaubern. Mit diesen Hilfsmitteln gelingt das auch.

SCHNEEBESENSCHNEEBESEN
Gerade mal 14 Gramm schwer, sehr kompakt (16 Zentimeter) und mit zwei Euro sehr günstig (Exped).

ESSNAPF
Leicht (165 Gramm), liegt gut in der Hand, ist robust, durch die Maßeinteilung die optimale Ergänzung für die Outdoor-Küche und vielseitiger als ein Teller. Preis: drei Euro (Scandic Outdoor).

LEXAN-BESTECKLEXAN-BESTECK
Wiegt extrem wenig, und der Löffel schont beschichtete Töpfe. Zudem verbrennt man sich nicht die Finger oder den Mund am Besteck. Für viele Essen genügt der Löffel. Preis: 4,25 Euro (Relags).

KUNSTSTOFFTHERMOBECHER

Damit bleibt der Kaffee oder Tee länger warm, ohne den Geldbeutel oder die Schul
tern zu sehr zu belasten. Sehr robust. 6,90 Euro
(Outdoor Research).

TITANTHERMOBECHERTITANTHERMOBECHER
Wer's edler und das letzte Gramm herausholen will, wählt einen TitanThermobecher.
Preis: 27,95 Euro (z.B. Woick).

MULITIDISC
Leichtes Schneidbrett aus Kunststoff, das gleichzeitig als Sieb und Kocherunterlage dient. Mit Aussparung für die Griffzange versehen. In zwei Größen erhältlich. Preis: 5,95 Euro (Scandic Outdoor).

 
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