| Radtouren
Allgemein Am Anfang stehen ein paar Fragen. Wohin soll es gehen? Wo gibt es die schönsten Strecken? Was muss man dabeihaben? Was nicht? Wie verfrachte ich das alles auf meinem Fahrrad? Anregungen für Touren gibt es jede Menge. Radzeitschrlften, Outdoor Radreiseführer einfach ein bisschen blättern. Für Einsteiger eignen sich die Vorschläge in Führern und ZeitschrIften. Die sind nämlich fertig ausgearbeitet, machen Angaben zu Länge, Streckenprofil und konditionellen Anforderungen, oft ergänzt mit Hinweisen zu Sehenswürdigkeiten, Einkehr und Übernachtungsmöglichkeiten. Man sucht sich eine passende Tour raus und los geht es. Das Angebot an Führern reicht von Regional über Radfernweg bis zu kompletten Länderführern. Im Zeitalter des Computers ist auch die Routenplanung per Tourendisk ein Kinderspiel. Das geht sogar schneller weil man die Infos zur Route dabei nicht erst mühsam zusammenklauben muss. Karten auf den Tisch! Für die Tourenplanung zu Hause sind dIe Radtourenkarten des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) und des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) im Maßstab 1: 150 000 bzw 1:100.000 empfehlenswert. Auf der Basis amtlicher Straßenkarten mit eingezeichneten Radwegen sind zusätzlich Angaben zu Steigungen, Verkehrsbelastung und Oberflächenbeschaffenheit enthalten. Ähnliche Radkarten gibt es auch für viele andere Länder, beziehen kann man sie meist über den Radclub des jeweiligen Landes. Radwege sind übrigens auch in fast allen Wanderkarten im Maßstab 1. 50 000 eingezeichnet. Sie eignen sich bestens für die Detailplanung. Gesucht! Ruhige Nebenstrecken Ideal zum Radeln sind Nebenstrecken. Radwege neben viel frequentierten Straßen, sind nur eine schlechte Alternative. Erst abseits vom Abgasgestank lässt sich das Erlebnis Radreise in vollen Zügen genießen. Wer mit breiteren Reifen unterwegs ist, kann auch Forstwege in seine Route mit einbeziehen. Wichtigste Frage wie lang soll die Tour überhaupt sein, wie viele Kilometer pro Tag sind zu "schaffen"? Das hängt davon ab, ob Sie eine Genusstour mit Besichtigungen und ausgedehnten Pausen pIanen, oder ob Sie eher auf dem SportlerTrip sind. In beiden Fällen sollten Sie ein paar Punkte berücksichtigen. Erst mal muss die Fitness auf den Prüfstand. WievIel können oder wollen Sie sich zumuten? Hier hilft nur ehrliche Selbsteinschätzung. Eine wichtige Rolle spielt auch das Höhenprofil. Je gebirgiger die Strecke, desto kürzer die Distanz, 50 km in der Ebene sind nIcht gleich 50 km, wenn's dabei rauf und runter geht. Viel Gepäck wird Ihre Tagesleistung ebenfalls senken. Auch Gegenwind ist nicht zu unterschätzen. Vor allem in Küstengebieten empfiehlt es sich, die Route entsprechend anzulegen. Genaue Angaben zur Tagesleistung zu machen, ist gar nicht so einfach. Bei normal trainierten Menschen wird das Tagespensum irgend wo zwischen 50 und 100 km liegen. Mit zunehmender Tourenerfahrung haben Sie bald ein Gefühl für Ihre optimale Streckenlänge. Vor allem Einsteiger sollten sich nicht durch zu lange Etappen unnötig unter Druck setzen. Fangen Sie mit kürzeren Touren an und steigern Sie sich allmählich. Radeln Sie in der Gruppe, so sollte die Tour nach der Leistungsfähigkeit des schwächsten Teilnehmers bemessen sein. Bei Mehrtagestouren wird eventuell auch das Vorhandensein einer geeigneten Übernachtungsmöglichkeit (Hotel, Pension, Jugendherberge, Campingplatz) das Etappenziel bestimmen. Transportprobleme Wer nicht direkt von der Haustür losradeIn will, muss sich überlegen, wie er zum Ausgangspunkt gelangt. Am bequemsten geht s mit dem Auto. Umweltfreundlicher ist die Bahn, doch das ist nicht immer ganz einfach. Das Rad kann nur in gekennzeichneten Zügen mit Fahrradabteil oder Gepäckwagen mitgenommen werden, was im Nahbereich in der Regel kein Problem ist, im Fernverkehr trotz Interregio, IC´s, ICE´s und EC´s mit Fahrradbeförderung aber schon. Meist ist man auf einen bestimmten Zug festgelegt oder muss auf langsamere Verbindungen umsteigen. Alternative: Das Rad schon einige Tage vorher als Kuriergepäck aufgeben. Wichtig dabei muss der fahrbare Untersatz in Karton oder Biketasche verpackt sein. (Kartons gibt es kostenlos im Radladen; Verpackung kostet beim DBKurierdienst € 7,-) Mehr Infos zu Bahn & Rad gibt es unter der Radfahrerhotline der Bahn (0180 31194194, März - November) Total easy ist die Mitnahme im Flugzeug, allerdings zu unterschiedlichen Konditionen. Hier sollten Sie schon bei der Buchung im Reisebüro nachfragen und Angebote vergleichen. Meist reicht es, den Lenker querzustellen, die Pedale abzumontieren und etwas Luft aus den Reifen zu lassen. Empfindliche Teile (Kettenblätter Schaltwerk, Rahmenrohre) sollten Sie zusätzlIch durch Polstermaterial schützen. Alternative: Verpackung im Karton oder Radtasche, wie von einigen Airlines ohnehin gefordert. Vorteil von der Methode "ohne Kiste ( jeder Verladearbeiter sieht sofort, dass er ein Rad vor sich hat und wird es (hoffentlich) entsprechend vorsichtIg behandeln. Was muss mit? Die Tour ist geplant. Was muss nun alles mit? Grundsätzlich gilt: weniger ist mehr. Was Sie alles mitnehmen, richtet sich natürlich nach der Art der Tour, die Sie vorhaben. Mit anderen Worten nach dem wohin, dem wie und dem wie lange. Wenn Sie in heimischen Gefilden unterwegs sind, in Hotel oder Pension übernachten und essen gehen, können Sie auf Zelt und Schlafsack, Kochgeschirr Verpflegung und viele Ersatzteile verzichten. In Gegenden, wo Sie auf sich selbst gestellt sind dagegen nicht. Stellen Sie sich deshalb bei der Aufstellung Ihrer Außrüstungsliste ein paar Fragen: Wie oft und wann brauche ich den Gegenstand? Kann man das Teil nötigenfalls unterwegs kaufen? Was wiegt es und wie klein kann man es verpacken? Oft lässt sich Gewicht sparen, wenn man eine Sache durch eine andere ersetzt. Beispiele: Statt mehrerer Garnituren Wäsche geht eine Tube Waschmittel auf große Fahrt, Kleidung wird nach dem Zwiebelschalenprinzip ausgewählt (mehrere dünne Teile nach Witterung kombinieren), die Lenkertasche hat ein Kartenfach, keinen schwergewichtigen Kartenhalter, statt fetter Reiseführer kommen Kopien mit den Tourenbeschreibungen ins Gepäck. Haben Sie trotzdem überflüssige Sachen dabei, gibt es bei längeren Touren nur eins: schnellstmöglich nach Hause schicken. Werkzeug für unterwegs. Auf keinen Fall darf Werkzeug fehlen, denn vor Pannen ist keiner gefeit. Immer dabei sein sollten Flickzeug, Luftpumpe, Öl, drei Reifenheber Schraubenzieher, Nietendrücker zum öffnen und schließen der Kette, Nippelspanner zum Beheben von Achtern, Isolierband für Notfälle sowie Inbus und Schraubenschlüssel (Größen je nach Vorkommen am Rad) Letztere lassen sich eventuell auch durch ein Kombitool ersetzen. Checken Sie beim Kauf, ob sie damit alle Schrauben an Ihrem Rad bearbeiten können. Auf abgelegenen Touren müssen außerdem Kombizange, Zahnkranzabzieher Kurbelabzieher und Kugellagerfett mit. Allerdings nutzt das beste Werkzeug nichts, wenn Sie nicht damit umgehen können. Wer zwei linke Hände hat, womöglich noch mit lauter Daumen dran, der sollte zu Hause unbedingt ein bißchen üben. So ein Fahrrad ist simpel, einfachere Reparaturen kriegt mit ein paar Grundkenntnissen jeder hin. Am besten, Sie lassen sich die nötigen Handgriffe von einem Profi aus Ihrem Bekanntenkreis zeigen. Jedes Gramm zuviel ist bei Reisen mit dem Radl hinderlich. Ein paar wichtige Ersatzteile müssen natürlich trotzdem mit auf Tour. Ganz oben auf der Liste steht ein Ersatzschlauch. Damit ist ein platter Reifen schnell behoben. Den defekten Schlauch können Sie dann abends in aller Ruhe flicken. Ergo die nötigen Utensilien dürfen auf gar keinen Fall fehlen. Gummilösung, Flicken, Reifenheber Schmirgelpapier (damit wird die Stelle mit dem Loch aufgerauht, Gummilösung drauf fünf Minuten trocknen lassen, Flicken anpressen fertig) Ebenfalls wichtig zum Verschließen gerissener Ketten brauchen Sie je nach Kette einen passenden Stift oder ein Kettenschloß (erhältlIch im Fahrradhandel) Auch ein paar Ersatzkettenglieder sowie Bowdenzüge für Bremse und Schaltung können nicht schaden. Was man sonst noch mitnimmt, hängt davon ab, ob man unterwegs Ersatzteile bekommt Wer in einsamen Gebieten radelt, sollte zusätzlich Ersatzreifen (faltbar!), passende Schrauben und Muttern, Bremsklötze, Kette, Ersatzspeichen sowie evtl. ein Reserveschaltwerk dabei haben. Mein Fahrrad, der Packesel Die Ausrüstung liegt vor Ihnen, jetzt geht es ans packen. Bei vielen Touren reichen ein Paar Hinterradtaschen, Kleinkram kommt in die Tasche am Lenker. Wollen Sie mehr mitnehmen, müssen zusätzliche "Lowrider-Taschen" her. Diese werden an einem speziellen Träger am Vorderrad eingehängt. Wie ist das nun mit der Gepäckverteilung? Generell sollten die Taschen mögIichst tief d. h. in der Nähe der Achsen und möglichst nah am Schwerpunkt des Rades (Tretlager) sitzen. Nur so bleibt die Fuhre in jeder Situation gut lenkbar. Die hinteren Taschen deshalb möglichst weit vorne, über der Achse einhängen. Grenzen setzt nur die Fersenfreiheit beim treten. Die Low Rider-Taschen gehören auf Höhe der Nabe. Die Taschen sollten Sie entsprechend packen, schwere Gegenstände in den Hecktaschen möglichst nach unten, in den vorderen etwa in die Mitte. Bei der Gewichtsverteilung gilt ca 40% an den Low Rider 60 % an den Heckträger. Nur bei speziellen Reiserädern ist aufgrund eIner dafür ausgelegten Rahmengeometrie die umgekehrte Aufteilung (vorne 60%, hinten 40%) sinnvoller. Auf den Gepäckträger gehören nur leichte Sachen, wie lsomatte oder Schlafsack. Gleiches gilt für die Lenkertasche, die sich für alles eignet, was man schnell zur Hand haben muss. Ausweis, Kamera, Karte und so weiter. Endlich unterwegs! Worauf muss man letzt noch achten? Die Orientierung fällt leIchter wenn Sie die Karte auch während der Fahrt im Blick haben. Hat Ihre Lenkertasche kein Kartenfach, ist ein Kartenhalter die Alternative. Wählen Sie ein möglichst gleichmäßiges Tempo, idealerweise können Sie sich dabei noch unterhalten. Körner sparen kann man, indem man am Berg rechtzeitig in kleinere Gänge zurückschaltet. Auch sollten Sie auf den ersten Kilometern Ihr Tempo drosseln, dann haben Sie auch am Schluss noch Reserven. Gut im Futter(n) Apropos Reserven ganz wichtig ist ausreichendes und vor allem regelmäßiges Trinken Wer den ständigen Flüssigkeitsverlußt durchs Schwitzen nicht ausgleicht, der macht bald schlapp. Führen Sie deshalb mindestens zwei, eventuell auch drei Trinkflaschen am Rad mit. Noch besser Sie schnallen sich einen "Kamelsack" (Camelbag, auf den Rücken. Bei diesen Trlnkgefäßen führt eine Kunststoff-Pipeline in Form eines überlangen Strohhalms zum Mund. VorteIle Sie haben die Hände frei und können jederzeit flüssigen Nachschub schlürfen. Für die Verpflegung gilt leichte Kost wie Energieriegel, Fruchtschnitten, Trockenobst, Vollkorn-Kekse, Brot mit Hartkäse oder Wurst u ä. Abends sollten Sie auf kohlenhydratreiche Kost achten, damit Sie auch am nächsten Tag noch kraftvoll zubeißen, äh, in die Pedale treten können . Ausführliches zum Thema Outdoor-Küche.........Hier. Wir wünschen gute Fahrt. |