Im
Laden
Der Radtaschenkauf ist, wie auch die Anschaffung eines Rucksacks,
eine Vertrauenssache. Wer Geld sparen möchte und sich die
Radtaschen beim Discounter oder Kaffeeröster holt, der
spart an der falschen Stelle. Ein strapazierfähiges Taschenpaar
fürs Hinterrad mit einer brauchbaren Halterung kostet mindestens
80 €. Taschen unter diesem Preis versprechen aufgrund der
minderwertigen Qualität mehr Frust als Lust beim Radeln.
Vor dem Kauf sollte man sich überlegen, wozu man die Radtaschen
überhaupt benötigt. Radtaschen für die Weltumradlung
müssen andere Kriterien erfüllen als solche für
eine Tagestour. Praktisch sind in jedem Fall zusätzliche
Außen- und Netztaschen. Letztere ermöglichen das
Trocknen feuchter Kleidung während der Fahrt. Auch sollte
man sich die Frage stellen: „wasserdicht oder nicht?".
Verschweißte Taschen garantieren einen trockenen Inhalt,
allerdings werden feucht verstaute Klamotten auch nicht trocken.
Für Schönwetterfahrten genügen normale Radtaschen.
Der größte Vorteil moderner Radtaschen gegenüber
älteren Modellen liegt in der einfachen Handhabung der
Halterung, die sich in Sekundenschnelle abnehmen bzw. montieren
läßt.
Vor der Tour
Für Tagesausfahrten ist eine Lenkertasche völlig ausreichend.
Allerdings sollte man sie nicht überladen, denn der hohe
Schwerpunkt führt schnell zu unruhigem Fahrverhalten.
Radtaschen bieten Stauraum für lange Touren. Zuerst muß
das Befestigungssystem an den Gepäckträger angepaßt
werden. Dazu montiert man die Packtaschen so nah wie möglich
in Richtung Sattel, ohne aber beim Treten mit der Ferse hängen
zu bleiben. Sitzt das Gepäck zu weit hinten, ergibt sich
ein schwammiges Fahrgefühl. Die Haken stellt man in ihrer
Weite so ein, daß die Querstreben des Gepäckträgers
als Anschlag dienen. So können die Taschen am Träger
nicht verrutschen. Anschließend wird die untere Taschenhalterung
ausgerichtet.
Unterwegs
Für das Packen von Radtaschen gibt es zwei einfache Regeln:
1. schweres Gepäck möglichst nah am Rad und weit nach
unten. 2. Einschränkung bringt Freiheit, das heißt
alles Unnötige bleibt zu Hause. 7 bis 8 Kilo Gewicht pro
Satteltasche sollten die Obergrenze sein. Schweres Werkzeug
kommt ganz nach unten in die Taschen. Zelt, Nahrung, Kochgeschirr,
selbstaufblasbare Isomatte und die täglich benötigte
Kleidung kommen darüber. Sehr sinnvoll ist eine weitere
Unterteilung mit Hilfe von Plastiktüten oder Packsäcken,
wodurch gleichzeitig die Ausrüstung vor Wasser geschützt
wird. In die Außentaschen gehört der Kleinkram: Flickzeug,
Diodenrücklicht usw.. Für den Schlafsack empfiehlt
sich ein wasserdichter Packsack, der längs auf den Gepäckträger
zwischen die beiden Radtaschen gespannt wird. Bei mehrwöchigen
Touren löst ein zusätzlicher Gepäckträger
vorne; sprich Lowrider samt Vorderradgepäcktaschen das
Platzproblem. Die Fronttaschen sollten so tief wie möglich
in Nabennähe hängen, da bei jeder Lenkbewegung auch
das Gepäck mitbewegt wird. Für die Gepäckverteilung
gilt: 60 Prozent des Gepäcks nach hinten und 40 Prozent
nach vorn.